Situation
Die Höhere Berufsbildung steht im Wettbewerb mit (staatlichen) Hochschulen im tertiären Bildungsmarkt. Durch die verstärkte Internationalisierung des Arbeitsmarktes wird die Verakademisierung gefördert und die Höhere Berufsbildung unter Druck gesetzt. Ohne wettbewerbsfähige Angebote in der Höheren Berufsbildung verliert die Berufsbildung insgesamt an Attraktivität. Die Abschlüsse dieser tertiären Bildungsstufe müssen deshalb mit akademischen Bildungswegen kompatibel und vergleichbarer nach dem Grundsatz «gleichwertig, nicht gleichartig» gestaltet werden. Der Stellenwert der Abschlüsse sowie der Institutionen «Höheren Fachschulen» als staatlich anerkannte Institutionen muss erhöht und sichtbarer werden.
1.1. Höhere Fachschulen
a) Ausbau «Bezeichnungsschutz/institutionelle Akkreditierung»
Der Bezeichnungsschutz soll ausgebaut oder durch eine institutionelle Anerkennung erweitert werden.
Ziel ist die stabile Entwicklung und Qualität der Aus- und Weiterbildungsprogramme dieser Ausbildungsstätten zu erhöhen, deren Reputation stärker sichtbar zu machen und ihnen mehr Freiheit bezüglich Programmentwicklung zu zusprechen.
Ein besonderer Beurteilungsfokus liegt neben klassischen Qualitätskriterien einer Schule auf tertiärer Bildungsstufe auf dem Arbeitsmarktbezug. Diese eigenständigen und unabhängigen Organisationen sollen anhand von klaren Kompetenzzielen, eine ausgewiesene Verzahnung mit der Branche bzw. Einbezug der Arbeitgebenden sowie Aktualität der praxisbezogenen Inhalte in der regelmässigen Überprüfung gemessen werden:
Ausbildung (klare Kompetenzziele, didaktisch fundierter Unterricht, hoher Praxisbezug, Verzahnung in Berufsbildung und Fachhochschule (Schnittstellen), Zulassungsregelungen, …)
Personal (qualifizierte Dozierende (fachlich + pädagogisch), Weiterbildungssystem)
Organisation & Führung (klare Governance, transparente Entscheidungsstrukturen, finanzielle Sicherheit, Eigenständigkeit der Organisation)
Qualitätssystem (systematische Evaluation (Studierende, Absolventen, Arbeitgeber), kontinuierliche Verbesserung)
Arbeitsmarktbezug (enge Zusammenarbeit mit Branchen, Aktualität der Inhalte, Curriculum (weiter)-entwicklung)
b) Titel und Bildungswährung
Edu-Suisse setzt sich für die konsequente Einführung internationaler verständlicher Titel (gerade auch für die Titel der Weiterbildung HF) sowie der Einführung einer Bildungswährung (ECTS-System oder äquivalente Bildungswährung) ein und dem Führen einer Liste auf Bundesebene.
Ziel ist es damit die Wertigkeit der Abschlüsse zu betonen, die Gleichwertigkeit zu den akademischen Titeln zum Ausdruck zu bringen und die Anrechenbarkeit zwischen den Bildungsstufen zu verbessern.
c) Internationale/-kantonale Mobilität
Massnahmen zur verstärkten internationalen und -kantonalen Mobilität der Studierenden werden durch edu-suisse unterstützt. Edu-suisse begrüsst deshalb die Führung einer Liste der anerkannten Schule auf Bundesebene, Integration der Höheren Fachschule in Austauschprogramme (z.B. Erasmus).
Ziel ist es Studierenden die Möglichkeit zu bieten, auch ausländische Abschlüsse zu machen, die Freiheit in der Wahl des Studienstandortes zu ermöglichen sowie auch dank finanzieller Unterstützung für Fachkräfte aus dem Ausland (z.B. Grenzgänger) verstärkt über die Höhere Berufsbildung an den schweizerischen Arbeitsmarkt zu führen.
d) Effizienzsteigerung der administrativen Prozesse
Edu-Suisse setzt sich für die Effizienzsteigerung der administrativen Prozesse zum Beispiel bezüglich Statistiken, Kostenerhebung und Anerkennungsverkennungsverfahren ein.
Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Höheren Fachschulen zu verbessern sowie schulische Institutionen und berufstätige Studierende nur geringfügig zu belasten. Studierende und Höhere Fachschulen sollen sich auf das Lernen resp. Ihre Kernaufgaben konzentrieren.
1.2. Weiterbildung BP/HFP
Im Bereich der Weiterbildungen BP/HFP arbeitet edu-suisse mit Partnerorganisationen wie Prüfungsorganisationen, Trägerschaften oder dual stark eng zusammen, um deren Arbeit zu stützen, um deren finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen zu verbessern.
a) Finanzielle Unterstützung Vorbereitungskurse
Auch Vorbereitungskurse sollen durch den Staat finanziell gezielt unterstützt werden.
b) Keine Wettbewerbsverzerrung
Es ist sicherzustellen, dass zusätzliche kantonale Unterstützungen - die weiterhin möglich bleiben und zum Einsatz kommen werden - keine wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen haben. Gleich lange Spiesse für alle garantieren dagegen ein Maximum an Angebotsvielfalt.
c) Kommunikationsmassnahmen
Ergänzend dazu sollen geeignete Kommunikationsmassnahmen umgesetzt werden, um den Wert der Abschlüsse gegenüber der Wirtschaft und als valable Alternative zum akademischen Weg zu transportieren.
Ziel ist es, den Stellenwert der eidgenössischen Abschlüsse zu bewähren.